Die Bildungslandschaft in Luxemburg hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Mit der Einführung von Kompetenzzentren, öffentlichen Europaschulen und der Alphabetisierung auf Französisch reagiert das Bildungssystem auf eine zunehmend vielfältige Gesellschaft. In dieser carte blancheteilt Gaston Ternes seine persönliche Analyse der Schlussfolgerungen des jüngsten Bildungsberichts.
Zwei zentrale Prioritäten des Bildungsberichts 2024 sind die Stärkung der frühkinldichen Bildung und die Ausweitung der Alphabetisierung in Französisch
Was bedeutet das konkret? Es ist bekannt, dass der Wortschatz von sechsjährigen Kindern stark variiert – von 500 bis 13.000 Wörtern. Kinder mit einem geringen aktiven Wortschatz haben später kaum Chancen auf einen erfolgreichen Schulverlauf, es sei denn, es werden gezielte Maßnahmen ergriffen. Die Stärkung der frühkindlichen Bildung bedeutet eine neue Aufgabe für Krippen und maisons relais Die Kinder sollen sprachlich schrittweise auf ein gutes Niveau gebracht werden. Wäre es nicht sinnvoll, spezialisierte Fachkräfte einzubeziehen, die diesen Prozess von Anfang an unterstützen? Das Ziel ist es, sie optimal auf die Alphabetisierung in Deutsch oder Französisch vorzubereiten.
Eine weitere Priorität des Berichts ist der Ausbau der öffentlichen Europaschulen. Diese ermöglichen es den Schülern, ihre Muttersprache als Hauptsprache zu wählen und eine zweite Sprache auf Niveau 2, 3 oder 4 zu erlernen. Es ist wichtig zu wissen, dass für eine aktive Nutzung einer Sprache im Lernprozess mindestens Niveau 2 erforderlich ist.
Europaschulen sind attraktiv, weil sie den kompletten Schulverlauf – Primar- und Sekundarschule – in nur 5 + 7 Jahren anbieten, also ein Jahr schneller als das nationale System. Sie nehmen zudem Schüler im sechsten Schuljahr (Zyklus 4.2) auf, die keine Zulassung für den klassischen Weg erhalten haben, bereiten sie jedoch ausschließlich auf das europäische AbiturSollte dieses System nicht auch praxisorientierte Bildungswege anbieten, jetzt, da die Schülerschaft zunehmend heterogen wird? Oder besteht die Gefahr, dass Schüler, die die Anforderungen des klassischen Sekundarbereichs nicht erfüllen, ihr Glück im Ausland suchen müssen?
Damit stößt man auf einen zentralen Fehler beider Systeme – sowohl des nationalen als auch des europäischen. Handwerkliche Fähigkeiten sollten ab dem sechsten Lebensjahr gleichwertig mit Sprache und Mathematik in den Lehrplan integriert werden, um Talente zu erkennen und Kompetenzen zu entwickeln. Der Systemfehler besteht darin, dass das Handwerk heute nur als Notlösung betrachtet wird, wenn der klassische Bildungsweg nicht funktioniert! Dabei sollte es als moderne, innovative und wertvolle Orientierung für alle anerkannt werden.
Damit stößt man auf einen zentralen Fehler beider Systeme – sowohl des nationalen als auch des europäischen. Handwerkliche Fähigkeiten sollten ab dem sechsten Lebensjahr gleichwertig mit Sprache und Mathematik in den Lehrplan integriert werden, um Talente zu erkennen und Kompetenzen zu entwickeln. Der Systemfehler besteht darin, dass das Handwerk heute nur als Notlösung betrachtet wird, wenn der klassische Bildungsweg nicht funktioniert! Dabei sollte es als moderne, innovative und wertvolle Orientierung für alle anerkannt werden.
Eine Überarbeitung der Lehrpläne in diesem Sinne ist notwendiger denn je! Wie lange müssen wir noch warten?